Beziehungskunde

Aufklärung: Nicht mehr nötig oder dringender denn je?

Aufklärung ist mehr als das Vermitteln von Informationen. Sie ist Teil des Weges, der unsere Kinder zu einer in sich ruhenden Persönlichkeit, zur  Beziehungsfähigkeit und sozialem Verständnis führt. Deshalb muss sie ein Herzensanliegen unserer Pädagogik sein.
Wir sind als Eltern, Kindergärtnerinnen, Lehrer und Lehrerinnen aufgefordert, diese urpädagogische Aufgabe anzunehmen. Es ist eine wichtige und eine schöne Aufgabe. Die „Initiative Beziehungskunde“ möchte Sie dabei ermutigen.

Die Entstehung und Entwicklung der Initiative

Die Rudolf Steiner Schule Basel hatte über Jahre immer wieder die Aufgabe der Sexuellen Aufklärung professionellen Sexualkundlern übergeben.  Diese von aussen eingepflanzten Veranstaltungen wurden aber mehr und mehr als Fremdkörper erlebt und  die dort vertretene Psychologie als etwas, das sich in unser mit Sorgfalt im Unterricht aufgebautes Menschenbild nicht eingliedern wollte. Wir beschlossen, die Aufgabe wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir suchten neue Methoden und Wege, vor allem auch den Kontakt mit den Eltern und die Zusammenarbeit mit den Schulärzten. Nach einem Jahr war es so weit:

Im Februar 2006 konnte die Schule ein eigenes Beziehungskundekonzept beschliessen. Die Aufgaben der Aufklärung bis hin zur Information über Verhütung, Familienplanung und AIDS wurde in den Lehrplan integriert. Was wir in den einzelnen Klassen tun wollten, das sollte in der Absprache mit den Eltern geschehen. Unsere Schulärzte werden in der Mittelstufe weitgehend informieren und die Fragen der Jugendlichen beantworten. Wir wollten fortan auf den Einsatz professioneller Sexualkundler verzichten.

Die positiven Erfahrungen im Umgang mit diesem Modell wurden publiziert . Christian Breme stellte den neuen Ansatz in Aufsätzen und Broschüren dar, die im Handel zu erwerben sind. (siehe Literaturliste) Andere Schulen in der Schweiz folgten diesem Beispiel und erarbeiterten eigene Konzepte.

Christian Breme, der diese Entwicklung in der Schweiz initiiert und vorangetrieben hat, wurde bald im In- und Ausland zu Vorträgen und Seminaren gerufen. (Schweiz, Deutschland, England, Finnland, USA, Russland.)

2006 entstand am Lehrerseminar für Waldorfpädagogik in Kassel ein Fortbildungskurs zum Thema: Sexualkunde in der Waldorfpädagogik“. Die Initiatoren: Dr. Bart Maris und Dr. Nikola Fels, die sich seit vielen Jahren mit dieser brennenden Thematik beschäftigen, baten Christian Breme, als Dozent für die Methodik bei dieser Ausbildung mitzumachen.  

Die Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Rudolf Steiner Schulen beauftragten ihn im Sommer 2007 mit der Beratung innerhalb der Schulbewegung. Im folgenden Schuljahr konnten 22 Schulen besucht und in Konferenzen und Kollegiumsfortbildungen in den Bemühungen um ein eigenes Schulkonzept unterstützt werden.

Auch im Schuljahr 08/09 steht Christian Breme zur Verfügung um in Fragen der Entwicklung eigener Konzepte zu beraten.

(Zur vergrösserten Ansicht das jeweilige Bild anklicken!)

2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4

 

5

 

 

 

 

 

 

Literatur

Sexualkunde in der Waldorfpädagogik
Hrsg. Bart Maris / Michael Zech
Edition Waldorf

Bart Maris:
Sexualität, Verhütung, Familienplanung
Verlag Urachhaus

Henning Köhler:
Eros als Qualität des Verstehens – Über das erotische Erwachen im Jugendalter und den gemeinsamen Ursprung von Kreativität und Zärtlichkeit
Fiu-Verlag

Christian Breme: 
Menschenbild und Lebenskunde  -
Elemente einer Sexualerziehung aus spirituellem Verständnis
AAP-Verlag  über RSS Basel

Christian Breme:
Plastisch erarbeitete Embryologie
Übungsanleitung Oberstufe
AAP-Verlag   über RSS Basel

Gordon Neufeld:
Unsere Kinder brauchen uns –
die entscheidende Bedeutung der Kind-Eltern- Bindung
Genius Verlag

Unterrichtsmaterial

1

 

 

 

 

Embryologische Modelle
Höhe 42cm
Keramik auf Holzfuss
Gearbeitet nach E.Blechschmidt
mit Begleitheft

Stück zwischen 200.- und  250.- CHF

Eine wertvolle Hilfe nicht nur im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Die Plastiken haben durch ihre Grösse eine rätselhafte Präsenz.
Ihre unmittelbare Wirkung ist nicht zu vergleichen mit fotographischen oder grafischen Darstellungen. Wir sind nicht nur im Kopf angesprochen – unsere ganze Gestalt misst sich an ihnen. Es findet für die feine Beobachtung jener Prozess statt, der immer die plastische Kunst auszeichnet: Das Wahrnehmen durch Identifikation. Das ist nun ein Vorgang, der jener vielfach herbeigeredeten Nichtigkeit der frühen Stadien des menschlichen Lebens entgegensteht. Wir entdecken die grossartigen Gestaltvorgänge der dritten Schwangerschaftswoche. Die Einstülpungen der Keimscheibe, die Entstehung eines ausdifferenzierten Körpers mit Kopf, Stirn, Augen, Gliedmassen. Viele Kinder und manche Jugendlichen vermuten bei der letzten Form, dass es sich um einen Embryo im 6., 5.oder 4. Monat handelt und sind betroffen zu erfahren, dass es sich  um den 23. Tag handelt.